Die Angriffsfläche von Unternehmen wächst mit jedem neuen Cloud-Dienst, jeder neuen Integration und jedem zusätzlichen Endgerät. Für 2026 zeichnet sich ab, dass Sicherheitskonzepte nicht mehr als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlicher Prozess verstanden werden müssen.
Ein zentrales Thema bleibt die Absicherung von Identitäten. Klassische Perimeter-Sicherheit verliert an Bedeutung, während Zugriffskontrolle auf Ebene einzelner Nutzer:innen, Geräte und Anwendungen wichtiger wird. Wer Zugriffsrechte nicht regelmäßig überprüft, sammelt über Jahre unbemerkt Risiken an.
Auch die Absicherung von Lieferketten rückt stärker in den Fokus. Software besteht heute aus vielen Komponenten Dritter – von Open-Source-Bibliotheken bis zu externen APIs. Ein tragfähiges Sicherheitskonzept muss diese Abhängigkeiten sichtbar machen, statt sie zu ignorieren.
Gleichzeitig verändert sich die Angreiferseite: Automatisierte Angriffswerkzeuge senken die Einstiegshürde für Angriffe auf kleinere und mittlere Unternehmen, die früher seltener im Fokus standen. Security-Konzepte, die früher nur für Großunternehmen sinnvoll erschienen, werden dadurch auch für den Mittelstand relevant.
Für Unternehmen bedeutet das konkret: regelmäßige Audits statt einmaliger Prüfungen, klar dokumentierte Zuständigkeiten für den Ernstfall und eine Sicherheitskultur, die über die IT-Abteilung hinausgeht. Technologie allein löst kein Sicherheitsproblem, wenn Prozesse und Verantwortlichkeiten fehlen.